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Katholische Kirche zwischen 1918 und 1938

Bildung als Erinnerungslernen

Der vorliegende Sammelband bringt wesentliche Ergebnisse eines Symposiums im Wiener Erzbischöflichen Palais im Oktober 2018, dem großen und doppelten Gedenkjahr der Republik.

Zu Abläufen und Hintergründen der beiden Schlüsseljahre werden neue Perspektiven aus den Beständen kirchlicher Archive geboten. Es wird das Verhalten der Institution Kirche beleuchtet, aber auch die Erinnerung an die Menschen, die sich in teils dramatischen Um- bruchssituationen zu bewähren hatten, lebendig erhalten. Mit dem Einblick in ihre unterschiedlichen Einschätzungen, Befürchtungen, Hoffnungen und Entscheidungen in unsicheren Zeiten, aber auch indie von verschiedenen Gruppen angelegten Kriterien ihres Handelns wird ein wichtiger Beitrag zu einer wertorientierten Bildung geleis- tet. Sie kann ohne Erinnerung an Vergangenes nicht für die Zukunft stärken. Es ging ja 1918 um nicht weniger als um die Frage Wahrung von Kontinuität oder Bereitschaft zum Wandel, 1938 um die wahr- scheinlich noch grundlegendere Entscheidung zwischen Widerstand und Anpassung.

Nicht zuletzt wird aufgezeigt, wie sich gerade in diesen angefochte- nen Zeiten das Modell der „Freien Kirche im freien Staat“ nach 1945 entwickeln konnte.